|
|
Schulprogramm GGS Eckenhagen (Juni 2009) |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
11. Unser Förderkonzept „…Diese Vielfalt ist als Herausforderung zu
verstehen, jedes Kind bezogen auf seine individuellen Stärken und
Schwächen durch differenzierten Unterricht und ein anregungsreiches
Schulleben nachhaltig zu fördern. Das schließt individuelle Hilfen
für Kinder mit Lernrückständen oder besonderen Problemen beim
Lernen ebenso ein wie die Förderung von besonderen Begabungen und
Neigungen. Grundlegend hierfür ist die Kenntnis der individuellen
Lernausgangslage. Fortlaufende Beobachtungen der Lernentwicklung als
Grundlage der individuellen Förderung sind unumgänglich.“
(Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in NRW, 2008) |
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
11.1.
Vorbemerkungen Jedes Kind in der Grundschule hat den Anspruch gefördert und
gefordert zu werden. Alle Schüler sollten trotz unterschiedlicher
Fähigkeiten und Interessen die verbindlichen Kompetenzerwartungen der
Lehrpläne erreichen. Kindern, die diese Kompetenzerwartungen
übertreffen können, soll dazu die Gelegenheit gegeben werden. Gemäß diese Anspruchs legen wir großen Wert
darauf, die Stärken der Schüler weiter auszubauen und ihre
Schwächen abzubauen. Wir wissen, dass die Umsetzung möglichst
individualisierten Lernens immer notwendiger wird. Gleichzeitig wissen wir
auch, dass individuelle Förderung Grenzen hat, die in den zeitlichen und
organisatorischen Rahmenbedingungen begründet sind. Es muss daher das
Ziel sein, schwerpunktmäßig durch den Ausbau von Maßnahmen
der inneren Differenzierung im Rahmen des Arbeitens im Klassenverband
effektiv zu fördern, da alle Maßnahmen der äußeren
Differenzierung in Teilgruppen abhängig von der jeweiligen
Personalsituation sind. Förderung in Kleingruppen ist davon unbenommen
für Kinder mit
Schwächen in bestimmten Bereichen trotzdem ein wichtiger Bestandteil des
Förderkonzeptes. Wir stellen uns der zentralen Aufgabe schulischen Arbeitens,
indem wir unsere gemeinsam getroffenen Entscheidungen zur individuellen
Förderung regelmäßig auf ihre Wirksamkeit
überprüfen, überdenken und ggf. verändern. . Wir haben uns entschlossen, einige Schwerpunkte der fachlichen
Fördermaßnahmen zunächst im Fach Mathematik zu setzen, um
Schritt für Schritt auch in den anderen Fächern weitere
Maßnahmen in unserem Konzept zu verankern. Das vorliegende
Förderkonzept unterliegt daher regelmäßigen
Veränderungen und Ergänzungen. Unser Förderkonzept soll im Laufe der nächsten Jahre
auf fünf Säulen stehen:
Voraussetzung für möglichst individuelles Fördern
ist, die individuellen Stärken und Schwächen zu erkennen. Neben den
täglichen Beobachtungen im Unterricht und regelmäßiger
Lernstandskontrollen nach abgeschlossen Unterrichtseinheiten setzen wir
übergreifende Instrumente zur Diagnose der Lernvoraussetzungen ein, um
Fördermaßnahmen sinnvoll planen zu können. Die getroffenen Fördermaßnahmen werden für zwei
Schülergruppen in einem Förderplan (siehe Anhang) schriftlich festgehalten und in einem
vierteljährlichen Rhythmus (von Ferien zu Ferien) fortgeschrieben,
nämlich für Kinder mit besonderen Stärken und für Kinder
mit besonderen Schwächen, welche sich in nicht ausreichenden Leistungen
äußern. Die Effizienz von Fördermaßnahmen ist auch von der
Mitarbeit der Eltern abhängig. Die Förderpläne werden daher
regelmäßig mit den Eltern abgesprochen und ggf. durch
häusliche Fördermaßnahmen ergänzt. Sehr umfassend wird auch die Zeit vor Schuleintritt und der
Beginn der Schulzeit in den Blick genommen. Der Vorteil in der Ermittlung
der Lernvoraussetzungen von
Schulanfängern liegt darin, frühzeitig die Ursachen für evtl.
Lernschwierigkeiten zu erkennen und entsprechende Förderung einzuleiten. Im Folgenden werden alle Maßnahmen der Diagnostik und
Förderung beschrieben, die momentan von allen Lehrkräften
verbindlich eingesetzt werden. Über die beschriebenen Maßnahmen
hinaus werden vor allem im Bereich des differenzierten Unterrichts weitere
Möglichkeiten individueller Förderung angewendet. Beispielhaft
seien hier die Arbeit mit Wochenplänen, Lernwerkstätten oder
vielseitige Elemente der Leseförderung genannt. 11.2.
Diagnostische Verfahren Die Tendenz zu auffälligen
Entwicklungsverläufen bei Kindern scheint steigend. Lern-und Leistungsstörungen
lassen sich vielfach auf Schwierigkeiten in der motorischen Entwicklung und
Problemen in den verschiedenen Wahrnehmungsbereichen zurückführen.
Diesen Problemen möchten wir frühzeitig entgegnen. 11.2.1 Diagnostik im Rahmen des Anmeldeverfahrens Im Rahmen des Anmeldeverfahrens Anfang
November schauen wir uns alle Kinder in einer spielerischen Situation genauer
an. In Zusammenarbeit mit den Kindergärten bilden wir dazu Tandems aus
LehrerInnen und ErzieherInnen, die sich ca. 30 Minuten mit einem Kind
beschäftigen. Während eines Gespräches mit dem Kind wird festgestellt, ob es
die deutsche Sprache hinreichend beherrscht. Sollten daran Zweifel bestehen,
erfolgt ein ausführlicher Test zur Sprachstandsfeststellung zu einem
gesonderten Termin. Nach dem Gespräch verschafft sich
das Zweierteam einen Überblick über die Entwicklung in folgenden
Bereichen: ·
Motorische Entwicklung ·
Mengenerfassung/Mengeninvarianz ·
Figurgrundwahrnehmung ·
Phonologische Bewusstheit (Anlaute hören,
Reime finden und Silben klatschen) ·
Feinmotorik Gegebenenfalls bekommen die Eltern
Tipps und Hinweise zu häuslichen Fördermöglichkeiten. Bei
größeren Auffälligkeiten bitten wir die Eltern um
ärztliche Abklärung. 11.2.2 Diagnostik nach den ersten Schulwochen Auch während der ersten
Schulwochen beobachten die Klassenlehrerinnen und die Sozialpädagogin
die Kinder hinsichtlich ihrer Lernvoraussetzungen. Zeigen sich zu diesem
Zeitpunkt Auffälligkeiten, verschaffen wir uns ein genaueres Bild durch
einen Test an verschiedenen Stationen. (Lit.: Lernvoraussetzungen von
Schulanfängern, Ostermeier) Es werden dabei folgende Bereiche
angesprochen:
Unsere Sozialpädagogin führt
diesen Test in der 4. – 6. Schulwoche nach Rücksprache mit den
KlassenlehrerInnen durch. Ergänzend hierzu werden Beobachtungen zu den
motorischen Fähigkeiten im Sport-Förderunterricht in die Diagnostik
mit einbezogen. 11.2.3. Halbjährliche
Lernstandsüberprüfungen in Deutsch und Mathematik In den 2. bis 4. Schuljahren erfolgen
vor den Herbstferien und vor den Osterferien schriftliche
Überprüfungen in den Fächern Deutsch und Mathematik, die
zentrale Unterrichtsinhalte des vergangenen Halbjahres umfassen. Sie
orientieren sich an den Kompetenzerwartungen der Lehrpläne. Diese
übergreifenden Lernstandsüberprüfungen dienen nicht der
Leistungsbewertung und werden daher auch nicht benotet. Vielmehr sollen sie
Aufschluss über die Stärken und Schwächen der Klasse und der
einzelnen Schülerinnen und Schüler geben und wiederum die Grundlage
für die weiteren Fördermaßnahmen bezogen auf die Klasse und
das einzelne Kind sein. 11.2.4 Standardisierte
diagnostische Verfahren im Fach Deutsch 11.2.4.1 Tobi-Tests Die Tobi-Tests sind auf die Inhalte der Tobi-Fibel abgestimmte
Lernzielkontrollen. Getestet werden folgende Bereiche: ·
Buchstabenkenntnis ·
Buchstabe-Lautzuordnung ·
Lautanalyse ·
Lautgetreues
Schreiben ·
Sinnerfassendes
Lesen Es gibt sechs Tobi-Tests, die über das 1. Schuljahr verteilt
mit allen Kindern durchgeführt werden. Anhand der Ergebnisse werden
individuelle Fördermaßnahmen eingeleitet. 11.2.4.2 Lesestolpertests Der Lesestolpertest wird erstmals Anfang des 2. Schuljahres mit
allen Kindern durchgeführt. Es wird getestet, inwieweit die Kinder in
der Lage sind Sinn entnehmend zu lesen. Den Kindern werden Sätze
vorgelegt, in denen sie ein überflüssiges Wort erkennen und
durchstreichen müssen, z.B.: In der Schule lernen Ranzen wir gerne. In
den folgenden Schuljahren werden regelmäßig Lesestolpertests mit
steigendem Anspruch eingesetzt 11.2.4.3 Hamburger
Schreibprobe (HSP) Mit Kindern, die größere Defizite im Bereich des
Rechtschreibens haben, führen wir ab dem 2. Schuljahr
regelmäßig die Hamburger Schreibprobe durch. Die HSP erfasst sowohl orthographisches
Strukturwissen, als auch grundlegende Rechtschreibstrategien eines Kindes.
Mit ihrer Hilfe kann der individuelle Lernstand eines Kindes ermittelt
werden. Die HSP gibt und gezielte Informationen für die Zuweisung zum
LRS-Förderunterricht. 11.3.
Maßnahmen der Förderung 11.3.1 Förderung der
Basisfähigkeiten 11.3.1.1 Lernstudio An unserer Schule arbeitet eine Sozialpädagogin in der
Schuleingangsphase. Sie fördert vornehmlich Kinder aus dem ersten
Schulbesuchsjahr im ‚Lernstudio’. Das bietet uns die
Möglichkeit, Kinder mit größeren Problemen in den
Basiskompetenzen, z.B. in Bezug auf die Wahrnehmung, Konzentration oder
mathematischer Vorkenntnisse in einer kleinen Gruppe intensiv zu fördern
und Entwicklungsverzögerungen aufzuholen. Das Lernstudio findet im Rahmen
des Unterrichtsmorgens statt, d.h., die Kinder nehmen für einen Teil des
Tages nicht am Klassenunterricht teil. Je nach Entwicklungsstand können
die Kinder bis zu acht Stunden in der Woche im Lernstudio gefördert
werden. Die Teilnahme bedarf der Zustimmung durch die Eltern. Es ist in der
Regel sinnvoll, dass ein Kind, welches an der Förderung im Lernstudio
teilnimmt, drei Jahre in der Schuleingangsphase verbleibt. Dieses ist jedoch
nicht zwangsläufig so. Sobald der Förderbedarf ausgeglichen wurde,
nimmt das Kind an allen Stunden seiner Klasse teil. Für die Kinder im
Lernstudio werden in enger Absprache zwischen KlassenlehrerIn und
Sozialpädagogin vierteljährlich Förderpläne geschrieben,
die aufzeigen, mit welchen Materialien gefördert wird. Die Zielsetzungen sind: ·
Verbesserung
der Feinmotorik und der Wahrnehmung ·
Verbesserung
der Koordination und Konzentration ·
Förderung
in den Basiskompetenzen der Fächer Deutsch und Mathematik (phonologische
Bewusstheit, Aufbau des Zahlbegriffs, Kenntnis der Men- geninvarianz) Die Zuweisung der Schüler zum Lernstudio ergibt sich aus den
Beobachtungen der Klassenlehrer/innen und der Sozialpädagogin in den
ersten Unterrichtswochen und den Erkenntnissen aus dem oben beschriebenen
Test nach Ostermeier. Die Förderung im Lernstudio beginnt nach den
Herbstferien. 11.3.1.2
Sportförderunterricht Der Förderunterricht im Sport wird
an unserer Schule neben dem regulären Sportunterricht in den Klassen 1
durchgeführt. Er ist für Kinder bestimmt, deren motorische Leistungsfähigkeit
durch sehr unterschiedliche Bedingungsfaktoren eingeschränkt ist. Die Leitziele des Unterrichts sind:
Die Lerninhalte entsprechen den
gängigen Formen des Schulsports auf einem angepassten Niveau. Der
Sport-Förderunterricht wird in zwei Stunden wöchentlich erteilt.
Die Gruppengröße ist auf 10-15 Schüler begrenzt. 11.3.2
Förderung der Sachkompetenz 11.3.2.1 Mathematik 11.3.2.1.1
Übungspässe Die Arbeit mit den Rechenpässen ist regelmäßiger
Bestandteil des Unterrichts. Sie ermöglicht den Kindern, in Übungsphasen
entsprechend ihres Lernstandes auf verschiedenen Schwierigkeitsniveaus zu
arbeiten. Um die Schülerinnen und Schüler differenzierter zu
fördern und zu fordern, wird der Rechenpass deshalb in drei Niveaustufen
angeboten. Die Kinder erhalten einen schriftlichen Rechenpass mit zu
bearbeitenden Aufgaben aus dem Lehrwerk und zusätzlichem
Fördermaterial, welche in einem vom Umfang abhängigen Zeitraum
bearbeitet werden. Jeder Rechenpass besteht aus Pflichtaufgaben und freiwilligen
Zusatzaufgaben. Die Kinder erhalten den Rechenpass stets in der ihnen bekannten
Form, um den routinierten Umgang mit der Arbeitsform des Rechenpasses zu
trainieren und auszubauen. Die Kontrolle der Aufgaben sollte zunehmend durch die
Schülerinnen und Schüler selbst erfolgen, indem sie
Selbstkontrollmöglichkeiten nutzen. Durch die selbstständige und
eigenverantwortliche Arbeit mit den Rechenpässen, ist es dem Lehrer/der
Lehrerin möglich, sich
speziell einzelnen Kindern und deren Bedürfnissen und Anforderungen
besser widmen zu können. 11.3.2.1.2 Förderband
Mathematik Im Förderband Mathematik bieten wir Lernangebote in klassen-
und jahrgangsgemischten Gruppen an. Während einer festgelegten
Schulstunde in der Woche lösen wir die Klassenverbände auf und
teilen die Schüler auf der Basis der oben beschriebenen diagnostischen
Verfahren in unterschiedliche Gruppen ein, die jeweils Schüler mit
ähnlichem Leistungsstand umfassen. Zur Organisationsstruktur: Die Lehrkräfte eines Jahrgangs
stellen im Förderband Angebote und Materialien zu den aktuellen
Unterrichtsthemen auf drei Niveaustufen bereit. Diese sind so
übersichtlich und strukturiert angeordnet, dass die Schüler
möglichst eigenverantwortlich lernen können. Viele Materialien sind
für alle Jahrgänge einheitlich angeschafft worden, damit bei einem
Wechsel der Lerngruppe möglichst wenig zusätzlicher
Erklärungsbedarf entsteht. In den vier Jahrgängen werden sowohl jahrgangsbezogene als
auch klassenübergreifende Lerngruppen gebildet, in denen die
Schüler entsprechend ihres Lernstandes gefördert oder gefordert
werden. Kinder mit größerem Förderbedarf können im
Rahmen des Förderbandes an einer Lerngruppe des darunter liegenden
Jahrganges teilnehmen, um Grundlagen zu festigen. Umgekehrt können auch Schüler
mit besonderen Stärken an einer Förderbandgruppe des darüber
liegenden Jahrganges gefordert werden. Die Zuweisung zu den Gruppen des Förderbandes ist nicht
statisch, sondern richtet sich nach dem aktuellen Lernstand der Kinder. Die
Schüler der ersten Klasse beginnen mit diesem Förderunterricht erst
im zweiten Schulhalbjahr. 11.3.2.2 Fördern mit neuen Medien
Aktuell stehen uns 15 Computerarbeitsplätze in einem
gesonderten Unterrichtsraum zur Verfügung. Durch weitere Anschaffungen
ist es möglich geworden, dass auch in den einzelnen Klassenräumen
ein Computerarbeitsplatz mit Internetzugang eingerichtet werden konnte. Das neue Medienkonzept der Gemeinde Reichshof sieht einen
kontinuierlichen Ausbau der Computerausstattung vor. Voraussetzung für einen sinnvollen Umgang mit dem PC ist die
Kenntnis über den richtigen Umgang. Diese vermitteln wir den Kindern
bereits im Unterricht. Ab dem dritten Schuljahr ist eine Schulstunde pro
Woche für das Lernen mit dem Computer fester Bestandteil des Stundenplans.
Die Schülerinnen und Schüler lernen hier zunächst die Teile
einer Computeranlage kennen, trainieren dann mit geeigneten Übungen den
Umgang mit der Tastatur und Maus, um schließlich erste Einblicke in die
Textverarbeitung zu gewinnen, damit sie selbst kleine Texte schreiben und
gestalten können. Im vierten Schuljahr werden die Kinder an das Internet
herangeführt. Am Anfang informieren wir sie über die Vorteile aber
auch Gefahren, die im Internet stecken. Dazu gehört immer der Hinweis,
dass die Kinder im häuslichen Bereich nur gemeinsam mit den Eltern das
Internet erkunden sollen. Mit Hilfe eines speziell für den
Grundschulunterricht entwickelten Programms erfahren die Schülerinnen
und Schüler etwas über Internetadressen, das Versenden von E-Mails,
den Umgang mit Suchmaschinen und wie sie gefundene Informationen nutzen
können. Außerhalb dieser festen Unterrichtsstunden wird der PC-Raum
von allen Jahrgängen für den Unterricht genutzt. Spezielle
Übungsprogramme bieten im Verbund mit anderen Medien eine willkommene
Abwechslung beim Vertiefen der Unterrichtsinhalte. Bereits Erstklässler
üben am Computer z. B. die Zuordnung der gehörten Laute zu den
richtigen Buchstaben. Ein großer Vorteil ist, dass das Lerntempo
individuell eingeteilt werden kann und sofort eine Bestätigung oder die
Aufforderung, es noch einmal zu probieren erfolgt. Die schon im Umgang mit
dem Computer geübten Kinder nutzen ihn z. B., um sachunterrichtliche
Themen zu recherchieren, Informationen einzuholen, aber auch zum Üben.
Im Projektunterricht hat der Computer ebenfalls seinen Platz. 11.3.2.3 Das
Leseförderkonzept Vorbemerkungen Die Ergebnisse der Pisa-Studien lenken die Aufmerksamkeit auf
eine planmäßige Förderung der Lesekompetenz. Moderne Medien
wie Fernsehen, Computer, Internet, Video, CD u.a. konkurieren mit dem
traditionellen Medium Buch, haben es zum Teil sogar aus manchen Haushalten
verdrängt. Trotzdem gilt auch heute noch das Lesen als der
Schlüssel zur Kultur und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dies bedeutet für die pädagogische Arbeit in der
Grundschule: Sie muss sich mit den neuen Herausforderungen auseinandersetzen
und eine breit angelegte Leseförderung anbieten. Im neuen Lehrplan
für das Fach Deutsch hat man dem Lesen einen größeren
Stellenwert eingeräumt. Zu den Kompetenzen des informierenden Lesens,
der Interpretation und dem Umgang mit Medien ist das genießende und
interessengeleitete Lesen für den Aufbau einer Lese- und Schreibkultur
hinzugekommen (vgl. Lehrplan Deutsch Grundschule NRW, S. 31) An der GGS-Eckenhagen werden o. g. Kompetenzen durch folgende
Schwerpunkte aufgebaut: 1. Das Erlernen
grundlegender Fähigkeiten Dazu gehört:
2. Der Aufbau der
Lesemotivation Dazu gehört:
3. Die Entnahme von
Informationen aus Texten Dazu gehört: ·
das
Verstehen und Anwenden schriftlicher Arbeitsanweisungen ·
die
Beantwortung von Fragen zu Texten ·
das
Nacherzählen und Wiedergeben von Textinhalten ·
das
Markieren von wichtigen Inhalten ·
die
Nutzung weiterer Informationsquellen 4. Der Umgang mit Texten Dazu gehört: ·
das
Kennenlernen unterschiedlicher Textsorten ·
(Sachtext,
Fabel, Märchen, Gedicht, Nachschlagewerk ...) ·
der
Austausch über gelesene Texte ·
die
Gestaltung von Texten mittels Schreibhinweisen ·
die
Präsentation verschiedener Textsorten (z. B. Gedichte, Erzählungen
...) Oben genannte Schwerpunkte lassen sich auf unterschiedliche
Weisen in den Bereichen Erstlesen
und Weiterführendes Lesen
methodisch umsetzen. An der GGS Eckenhagen haben wir uns auf folgende
Arbeitsformen geeinigt:
Erstlesen Im 1. Schuljahr geht es vorrangig um den Erwerb der
Lesefähigkeit. Dies geschieht an unserer Schule mithilfe der Tobifibel und den dazugehörigen
Materialien (u. a. Anlauttabelle,
Buchstabenplan, Lese-Mal-Blätter). Beginnend mit
Buchstaben-Laut-Zuordnungen, kommen die Kinder nach und nach über das
lautierende Lesen zum flüssigen und sinnentnehmenden Lesen. Das freie
Arbeiten mit den Materialien gibt den Kindern die Möglichkeit, ihren
Lernprozess individuell zu steuern. Um die Lust an Büchern zu wecken und die Lesemotivation aufrecht zu erhalten,
legen wir großen Wert auf das Vorlesen. Leseeltern können diese Arbeit
unterstützen, indem sie mit den Kindern in Kleingruppen erste
Geschichten und Texte lesen. Mini-Lesebücher
ermöglichen es den Kindern schon bald ihr erstes Buch zu lesen. Ab dem zweiten Halbjahr nutzen die Kinder regelmäßig
die im Schulgebäude befindliche Gemeindebücherei.
Hierfür ist eine Schulstunde pro Woche im Stundenplan verankert. Nach
einer Einweisung dürfen die Kinder in der Bücherei stöbern,
lesen, sich austauschen und Bücher ausleihen. Computer, die im Medienraum bzw. in den Klassen zur
Verfügung stehen, geben den Kindern die Möglichkeit, Übungen
der „Lernwerkstatt“
durchzuführen. Gegen Ende des Schuljahres kann die erste Klassenlektüre bearbeitet werden. Weitere folgen in den
nächsten Schuljahren. Weiterführendes
Lesen Ab dem 2. Schuljahr steht der Ausbau der Lesefähigkeit und
das Anwenden unterschiedlicher
Lesestrategien im Vordergrund. Die Kinder lernen verschiedene Textgattungen (z.B.: Sachtexte, Märchen, Gedichte) und den
unterschiedlichen Umgang mit ihnen kennen. Der tägliche Umgang mit Texten findet nun in allen Fächern
statt (z.B.: Textaufgaben, Arbeitsanweisungen, Sachtexte...). Die
Schüler nutzen zunehmend Texte
zur Informationsbeschaffung. Ab Klasse 3 lernen sie in der Computerstunde
auch den Computer als
Informationsquelle zu nutzen.
Um die Kinder auch an das Lesen längerer Texte zu
gewöhnen, wird jedes Schuljahr mindestens eine Klassenlektüre gelesen. Hierzu bearbeiten die Kinder Fragen
zum Text, um sicherzustellen, dass sie den Inhalt auch verstanden haben. Zum Erhalt der Lesemotivation
spielt das interessengeleitete und
genießende Lesen eine besondere Rolle. So wird in allen
Klassenstufen regelmäßig vorgelesen
und die Kinder haben in der Büchereistunde die Möglichkeit ihre
eigenen Bücher zu lesen. In der Büchereistunde
arbeiten wir nun parallel mit Lepion.
Lepion ist eine kostenlose Internetseite (www.lepion.de), auf der Bücher
und Hörbücher vorgestellt werden, zu denen die Leser inhaltliche
Fragen in Form eines Quiz beantworten können. Für jede richtige
Antwort gibt es Punkte. Beim Erreichen bestimmter Punktzahlen können
Urkunden ausgedruckt werden. So verbindet Lepion den traditionellen Umgang
mit dem Medium Buch mit der Nutzung neuer Medien. Damit soll die Lesebereitschaft der Kinder
gefördert und die Kinder zum Lesen von Ganzschriften ermutigt werden. Die Kinder erhalten Zugangsdaten,
mit denen sie auch zu Hause arbeiten können. Entworfen wurde diese Seite
von einem Mitarbeiter des Medienzentrums Oberberg, der Medienstelle für
die Schulen des Oberbergischen Kreises. Die Kinder können nun in der Büchereistunde
entscheiden, ob sie sich ein neues Buch ausleihen, am Computer Fragen
beantworten oder in der Leseecke
lesen wollen. Die Leseecke befindet sich unmittelbar neben dem Computerraum
und wurde für diese Stunde speziell eingerichtet. In Anlehnung an Lepion
(Lesepirat online) haben hier die Kinder die Gelegenheit in einem
Piratenschiff zu lesen. So haben die Kinder auch in der Schule die Möglichkeit
ihr Lieblingsbuch in
gemütlicher Umgebung leise zu
lesen oder anderen Kindern vorzustellen. Zusätzlich bietet die Bücherei themengebundene
Bücherkisten an, die verstärkt ab dem 3. Schuljahr für den
Fachunterricht (Sachunterricht, Deutsch) genutzt werden. 11.3.2.4
Förderunterricht für Kinder mit besonderen Problemen im Lesen und
Rechtschreiben Alle Kinder, bei denen die Fachlehrerin eine besondere
Schwäche im Bereich des Lesens und Rechtschreibens feststellt, haben
einen Anspruch auf entsprechenden Förderunterricht. Dieser wird
zusätzlich zur Stundentafel in jedem Jahrgang erteilt und findet
mindestens einmal in der Woche statt. Die Inhalte des LRS-Förderunterrichts orientieren sich an
den Ergebnissen der oben beschriebenen Hamburger Schreibprobe. Ab Mitte des 2. Schuljahres arbeiten wir mit dem ‚Marburger
Rechtschreibtraining‘. Es handelt sich hierbei um ein regelgeleitetes
Förderprogramm. Systematisch wird das Grundlagenwissen, wie z.B. die
Groß- und Kleinschreibung, Wortstämme, Wortendungen usw. erarbeitet. Zum einen soll den Kindern also fehlendes Regelwissen, zum
anderen sollen aber auch Lösungsstrategien zur Bewältigung von
Rechtschreibproblemen vermittelt werden. Obwohl der Schwerpunkt der Förderung in der Verbesserung der
Rechtschreibleistung liegt, verbessert sich auch die Lesefähigkeit.
Ergänzend wird zur Förderung der Lesefähigkeit Lernsoftware
(Lernwerkstatt Mühlacker, Audilex) eingesetzt. 11.3.3
Förderung der Methodenkompetenz
„Der Unterricht fördert die Fähigkeit und die
Bereitschaft, das eigene Lernen bewusst und zielgerecht zu gestalten und mit
anderen zusammen zu arbeiten. Die Lehrkräfte legen deshalb Wert auf
eigenständiges und selbstverantwortliches Lernen. Bezogen auf die
Lernentwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler bietet der
Unterricht sowohl Gelegenheit zum Lernen in angeleiteter Form als auch in
offenen Lernformen, in denen Kinder selbst planen, entdecken, erkunden,
untersuchen, beobachten, experimentieren, dokumentieren und ihre Arbeiten
bewerten.“ Richtlinien für die Grundschulen des Landes
Nordrhein-Westfalen, Entwurf MSW vom 28.01.2008 Erfolgreiches Lernen ist mehr als
Stoffvermittlung und braves Befolgen von Lehreranweisungen. Wer nachhaltig
und zeitgemäß lernen will, der muss dafür sorgen, dass der
Lernstoff mit möglichst vielen Sinnen erschlossen wird: durch lesen,
schreiben, hören, sehen, erzählen, zeichnen, markieren, erkunden,
experimentieren, diskutieren, strukturieren etc. Dieses mehrkanalige Lernen
ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass der Lernstoff ebenso
vielseitig wie auch vernetzt behalten und aufgenommen wird. Mehrkanaliges Lernen funktioniert aber nur, wenn die
Schüler/innen die entsprechenden Methoden einigermaßen
beherrschen. Das heißt, die Kinder müssen in der Lage sein, die je
anstehenden Aufgaben methodisch versiert anzugehen und zielstrebig,
konstruktiv und regelgebunden alleine oder in der Gruppe zu erledigen. Das Lehrerkollegium der GGS Eckenhagen hat sich zum Ziel gesetzt,
dass die Schüler/innen das „Lernen“ lernen. In angemessenen
Schritten sollen sie in vielfältiger Weise Kompetenzen im methodischen,
kommunikativen und kooperativen Bereich erlangen. Grundlage dafür sind
die im Rahmen der Methodenschulung nach H. Klippert genannten
„Strategien der kleinen Schritte“. Dazu hat eine Projektwoche im
März 2009 statt gefunden. Die Thematik wird im nächsten Schuljahr
fort geführt. Aus der nachfolgenden Tabelle lässt sich entnehmen, welche
elementaren Lern- und Arbeitstechniken sowie Gesprächs-und
Kooperationsmethoden die Kinder am Ende der einzelnen Jahrgangsstufen
erworben haben sollten. Was GrundschülerInnen können
sollten
11.3.4
Förderung der Sozialkompetenz Wir erleben an unserer Schule vermehrt Situationen, in denen
Schüler massives Fehlverhalten an den Tag legen. Häufig wird die
notwendige Reaktion auf solches Verhalten von Lehrerinnen und Lehrern als
unbefriedigendes ‚Feuerlöschen’ und als kaum nachhaltig
erfahren. Sanktionierungen von Fehlverhalten und Reglementierungen sind
wichtig, doch ändern sie nicht dauerhaft das Verhalten, wenn nicht vor
allem an den Ursachen gearbeitet wird. Zurecht wird von Seiten der Schule im Bereich der Erziehung die
maßgebliche Verantwortung der Eltern eingefordert. Umgekehrt fordern
Eltern, auch zurecht, eine Förderung des Sozialverhaltens ihrer Kinder
im Rahmen des Erziehungsauftrages der Schule ein. Die Kinder erleben sich
häufig in diesem Spannungsfeld der gegenseitigen Zuweisung von
Erziehungsverantwortung. Ebenso wie das fachliche Lernen braucht das soziale
Lernen deswegen strukturierte und von allen getragene Förderelemente im
Schulleben, die die Beratung und die Mitarbeit der Eltern einbeziehen. Gemeinsam getroffene Entscheidungen zur Förderung des
Sozialverhaltens bilden die Basis für ein Schulklima, in dem
erfolgreiches Lernen möglich ist. Als Start in eine strukturierte Förderung dient ein
zehnstündiges Sozialtraining, welches in jeder Klasse mit jeweils einer
‚Trainerin’ und der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer erstmals zu
Beginn des 2. Schulhalbjahres 2008/09 gemeinsam durchgeführt wird.
Kernanliegen dieses Trainings ist die bewusste Wahrnehmung von
Konfliktsituationen, die Wahrnehmung der eigenen Gefühle und der
Gefühle anderer Kinder und die Umsetzung in ein angemessenes
Reaktionsverhalten. Dazu sind folgende Schwerpunktthemen vorgesehen:
Aus diesem Sozialtraining sollen Impulse für eine
nachhaltige Förderung des Sozialverhaltens erwachsen. Es muss das Ziel
sein, mittelfristig gemeinsame Vereinbarungen zu treffen, die die Beziehungen
der Kinder untereinander und auch zu den Erziehenden stärken. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||