Schulprogramm

GGS Eckenhagen

(Juni 2009)

 

 

 

11. Unser Förderkonzept

 

 

„…Diese Vielfalt ist als Herausforderung zu verstehen, jedes Kind bezogen auf seine individuellen Stärken und Schwächen durch differenzierten Unterricht und ein anregungsreiches Schulleben nachhaltig zu fördern. Das schließt individuelle Hilfen für Kinder mit Lernrückständen oder besonderen Problemen beim Lernen ebenso ein wie die Förderung von besonderen Begabungen und Neigungen. Grundlegend hierfür ist die Kenntnis der individuellen Lernausgangslage. Fortlaufende Beobachtungen der Lernentwicklung als Grundlage der individuellen Förderung sind unumgänglich.“ (Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in NRW, 2008)

 

 

11.1. Vorbemerkungen

 

Jedes Kind in der Grundschule hat den Anspruch gefördert und gefordert zu werden. Alle Schüler sollten trotz unterschiedlicher Fähigkeiten und Interessen die verbindlichen Kompetenzerwartungen der Lehrpläne erreichen. Kindern, die diese Kompetenzerwartungen übertreffen können, soll dazu die Gelegenheit gegeben werden.

Gemäß diese Anspruchs legen wir großen Wert darauf, die Stärken der Schüler weiter auszubauen und ihre Schwächen abzubauen. Wir wissen, dass die Umsetzung möglichst individualisierten Lernens immer notwendiger wird. Gleichzeitig wissen wir auch, dass individuelle Förderung Grenzen hat, die in den zeitlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen begründet sind. Es muss daher das Ziel sein, schwerpunktmäßig durch den Ausbau von Maßnahmen der inneren Differenzierung im Rahmen des Arbeitens im Klassenverband effektiv zu fördern, da alle Maßnahmen der äußeren Differenzierung in Teilgruppen abhängig von der jeweiligen Personalsituation sind. Förderung in Kleingruppen ist davon unbenommen für  Kinder mit Schwächen in bestimmten Bereichen trotzdem ein wichtiger Bestandteil des Förderkonzeptes.

 

Wir stellen uns der zentralen Aufgabe schulischen Arbeitens, indem wir unsere gemeinsam getroffenen Entscheidungen zur individuellen Förderung regelmäßig auf ihre Wirksamkeit überprüfen, überdenken und ggf. verändern.

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Wir haben uns entschlossen, einige Schwerpunkte der fachlichen Fördermaßnahmen zunächst im Fach Mathematik zu setzen, um Schritt für Schritt auch in den anderen Fächern weitere Maßnahmen in unserem Konzept zu verankern. Das vorliegende Förderkonzept unterliegt daher regelmäßigen Veränderungen und Ergänzungen.

 

Unser Förderkonzept soll im Laufe der nächsten Jahre auf fünf Säulen stehen:

 

  • Übersichtliche und effektive Diagnostik
  • Förderung der basalen Fähigkeiten
  • Förderung der Sozialkompetenz
  • Förderung der Sachkompetenz
  • Umfassende Elternberatung

 

Voraussetzung für möglichst individuelles Fördern ist, die individuellen Stärken und Schwächen zu erkennen. Neben den täglichen Beobachtungen im Unterricht und regelmäßiger Lernstandskontrollen nach abgeschlossen Unterrichtseinheiten setzen wir übergreifende Instrumente zur Diagnose der Lernvoraussetzungen ein, um Fördermaßnahmen sinnvoll planen zu können.

Die getroffenen Fördermaßnahmen werden für zwei Schülergruppen in einem Förderplan (siehe Anhang)  schriftlich festgehalten und in einem vierteljährlichen Rhythmus (von Ferien zu Ferien) fortgeschrieben, nämlich für Kinder mit besonderen Stärken und für Kinder mit besonderen Schwächen, welche sich in nicht ausreichenden Leistungen äußern.

 

Die Effizienz von Fördermaßnahmen ist auch von der Mitarbeit der Eltern abhängig. Die Förderpläne werden daher regelmäßig mit den Eltern abgesprochen und ggf. durch häusliche Fördermaßnahmen ergänzt.

 

Sehr umfassend wird auch die Zeit vor Schuleintritt und der Beginn der Schulzeit in den Blick genommen. Der Vorteil in der Ermittlung der  Lernvoraussetzungen von Schulanfängern liegt darin, frühzeitig die Ursachen für evtl. Lernschwierigkeiten zu erkennen und entsprechende Förderung einzuleiten.

 

Im Folgenden werden alle Maßnahmen der Diagnostik und Förderung beschrieben, die momentan von allen Lehrkräften verbindlich eingesetzt werden. Über die beschriebenen Maßnahmen hinaus werden vor allem im Bereich des differenzierten Unterrichts weitere Möglichkeiten individueller Förderung angewendet. Beispielhaft seien hier die Arbeit mit Wochenplänen, Lernwerkstätten oder vielseitige Elemente der Leseförderung genannt.

 

 

11.2. Diagnostische Verfahren

 

Die Tendenz zu auffälligen Entwicklungsverläufen bei Kindern scheint steigend.  Lern-und Leistungsstörungen lassen sich vielfach auf Schwierigkeiten in der motorischen Entwicklung und Problemen in den verschiedenen Wahrnehmungsbereichen zurückführen. Diesen Problemen möchten wir frühzeitig entgegnen.

 

11.2.1 Diagnostik im Rahmen des Anmeldeverfahrens

 

Im Rahmen des Anmeldeverfahrens Anfang November schauen wir uns alle Kinder in einer spielerischen Situation genauer an. In Zusammenarbeit mit den Kindergärten bilden wir dazu Tandems aus LehrerInnen und ErzieherInnen, die sich ca. 30 Minuten mit einem Kind beschäftigen.

Während eines Gespräches  mit dem Kind wird festgestellt, ob es die deutsche Sprache hinreichend beherrscht. Sollten daran Zweifel bestehen, erfolgt ein ausführlicher Test zur Sprachstandsfeststellung zu einem gesonderten Termin.

Nach dem Gespräch verschafft sich das Zweierteam einen Überblick über die Entwicklung in folgenden Bereichen:

 

·        Motorische Entwicklung

·        Mengenerfassung/Mengeninvarianz

·        Figurgrundwahrnehmung

·        Phonologische Bewusstheit (Anlaute hören, Reime finden und Silben

      klatschen)

·        Feinmotorik

 

Gegebenenfalls bekommen die Eltern Tipps und Hinweise zu häuslichen Fördermöglichkeiten. Bei größeren Auffälligkeiten bitten wir die Eltern um ärztliche Abklärung.

 

11.2.2 Diagnostik nach den ersten Schulwochen

 

Auch während der ersten Schulwochen beobachten die Klassenlehrerinnen und die Sozialpädagogin die Kinder hinsichtlich ihrer Lernvoraussetzungen. Zeigen sich zu diesem Zeitpunkt Auffälligkeiten, verschaffen wir uns ein genaueres Bild durch einen Test an verschiedenen Stationen. (Lit.: Lernvoraussetzungen von Schulanfängern, Ostermeier)

 

Es werden dabei folgende Bereiche angesprochen:

 

  • -Propriozeptive Wahrnehmung  (Körpereigenwahrnehmung)
  • -Visuelle Wahrnehmung
  • -Akustische Wahrnehmung
  • -Feinmotorik
  • -Raum-Lage Orientierung.

 

Unsere Sozialpädagogin führt diesen Test in der 4. – 6. Schulwoche nach Rücksprache mit den KlassenlehrerInnen durch. Ergänzend hierzu werden Beobachtungen zu den motorischen Fähigkeiten im Sport-Förderunterricht in die Diagnostik mit einbezogen.

 

11.2.3. Halbjährliche Lernstandsüberprüfungen in Deutsch und Mathematik

 

In den 2. bis 4. Schuljahren erfolgen vor den Herbstferien und vor den Osterferien schriftliche Überprüfungen in den Fächern Deutsch und Mathematik, die zentrale Unterrichtsinhalte des vergangenen Halbjahres umfassen. Sie orientieren sich an den Kompetenzerwartungen der Lehrpläne. Diese übergreifenden Lernstandsüberprüfungen dienen nicht der Leistungsbewertung und werden daher auch nicht benotet. Vielmehr sollen sie Aufschluss über die Stärken und Schwächen der Klasse und der einzelnen Schülerinnen und Schüler geben und wiederum die Grundlage für die weiteren Fördermaßnahmen bezogen auf die Klasse und das einzelne Kind sein.

 

11.2.4 Standardisierte diagnostische Verfahren im Fach Deutsch

 

11.2.4.1 Tobi-Tests

 

Die Tobi-Tests sind auf die Inhalte der Tobi-Fibel abgestimmte Lernzielkontrollen.

Getestet werden folgende Bereiche:

 

·         Buchstabenkenntnis

·         Buchstabe-Lautzuordnung

·         Lautanalyse

·         Lautgetreues Schreiben

·         Sinnerfassendes Lesen

 

Es gibt sechs Tobi-Tests, die über das 1. Schuljahr verteilt mit allen Kindern durchgeführt werden. Anhand der Ergebnisse werden individuelle Fördermaßnahmen eingeleitet.

 

11.2.4.2 Lesestolpertests

 

Der Lesestolpertest wird erstmals Anfang des 2. Schuljahres mit allen Kindern durchgeführt. Es wird getestet, inwieweit die Kinder in der Lage sind Sinn entnehmend zu lesen. Den Kindern werden Sätze vorgelegt, in denen sie ein überflüssiges Wort erkennen und durchstreichen müssen, z.B.: In der Schule lernen Ranzen wir gerne. In den folgenden Schuljahren werden regelmäßig Lesestolpertests mit steigendem Anspruch eingesetzt

 

11.2.4.3 Hamburger Schreibprobe (HSP)

 

Mit Kindern, die größere Defizite im Bereich des Rechtschreibens haben, führen wir ab dem 2. Schuljahr regelmäßig die Hamburger Schreibprobe durch.  Die HSP erfasst sowohl orthographisches Strukturwissen, als auch grundlegende Rechtschreibstrategien eines Kindes. Mit ihrer Hilfe kann der individuelle Lernstand eines Kindes ermittelt werden. Die HSP gibt und gezielte Informationen für die Zuweisung zum LRS-Förderunterricht.

 

 

11.3. Maßnahmen der Förderung

 

11.3.1 Förderung der Basisfähigkeiten

 

11.3.1.1 Lernstudio

 

An unserer Schule arbeitet eine Sozialpädagogin in der Schuleingangsphase. Sie fördert vornehmlich Kinder aus dem ersten Schulbesuchsjahr im ‚Lernstudio’. Das bietet uns die Möglichkeit, Kinder mit größeren Problemen in den Basiskompetenzen, z.B. in Bezug auf die Wahrnehmung, Konzentration oder mathematischer Vorkenntnisse in einer kleinen Gruppe intensiv zu fördern und Entwicklungsverzögerungen aufzuholen. Das Lernstudio findet im Rahmen des Unterrichtsmorgens statt, d.h., die Kinder nehmen für einen Teil des Tages nicht am Klassenunterricht teil. Je nach Entwicklungsstand können die Kinder bis zu acht Stunden in der Woche im Lernstudio gefördert werden. Die Teilnahme bedarf der Zustimmung durch die Eltern. Es ist in der Regel sinnvoll, dass ein Kind, welches an der Förderung im Lernstudio teilnimmt, drei Jahre in der Schuleingangsphase verbleibt. Dieses ist jedoch nicht zwangsläufig so. Sobald der Förderbedarf ausgeglichen wurde, nimmt das Kind an allen Stunden seiner Klasse teil. Für die Kinder im Lernstudio werden in enger Absprache zwischen KlassenlehrerIn und Sozialpädagogin vierteljährlich Förderpläne geschrieben, die aufzeigen, mit welchen Materialien gefördert wird.

 

Die Zielsetzungen sind:

 

·        Verbesserung der Feinmotorik und der Wahrnehmung

·        Verbesserung der Koordination und Konzentration

·        Förderung in den Basiskompetenzen der Fächer Deutsch und Mathematik (phonologische Bewusstheit, Aufbau des Zahlbegriffs, Kenntnis der Men-

     geninvarianz)

 

Die Zuweisung der Schüler zum Lernstudio ergibt sich aus den Beobachtungen der Klassenlehrer/innen und der Sozialpädagogin in den ersten Unterrichtswochen und den Erkenntnissen aus dem oben beschriebenen Test nach Ostermeier. Die Förderung im Lernstudio beginnt nach den Herbstferien.

 

11.3.1.2 Sportförderunterricht

 

Der Förderunterricht im Sport wird an unserer Schule neben dem regulären Sportunterricht in den Klassen 1 durchgeführt. Er ist für Kinder bestimmt, deren motorische Leistungsfähigkeit durch sehr unterschiedliche Bedingungsfaktoren eingeschränkt ist.

 

Die Leitziele des Unterrichts sind:

 

  • Erweiterung der Bewegungserfahrungen und Entwicklung von sportmotorischen Fertigkeiten
  • Verbesserung der Wahrnehmungsfähigkeit
  • Vermittlung von Erfolgserlebnissen, die das Selbstvertrauen stärken
  • Vermittlung von Freude und Interesse an der Bewegung.

Die Lerninhalte entsprechen den gängigen Formen des Schulsports auf einem angepassten Niveau. Der Sport-Förderunterricht wird in zwei Stunden wöchentlich erteilt. Die Gruppengröße ist auf 10-15 Schüler begrenzt.

 

11.3.2 Förderung der Sachkompetenz

 

11.3.2.1 Mathematik

 

11.3.2.1.1 Übungspässe

 

Die Arbeit mit den Rechenpässen ist regelmäßiger Bestandteil des Unterrichts.

Sie ermöglicht den Kindern, in Übungsphasen entsprechend ihres Lernstandes auf verschiedenen Schwierigkeitsniveaus zu arbeiten. Um die Schülerinnen und Schüler differenzierter zu fördern und zu fordern, wird der Rechenpass deshalb in drei Niveaustufen angeboten.

Die Kinder erhalten einen schriftlichen Rechenpass mit zu bearbeitenden Aufgaben aus dem Lehrwerk und zusätzlichem Fördermaterial, welche in einem vom Umfang abhängigen Zeitraum bearbeitet werden.

Jeder Rechenpass besteht aus Pflichtaufgaben und freiwilligen Zusatzaufgaben.

Die Kinder erhalten den Rechenpass stets in der ihnen bekannten Form, um den routinierten Umgang mit der Arbeitsform des Rechenpasses zu trainieren und auszubauen.

Die Kontrolle der Aufgaben sollte zunehmend durch die Schülerinnen und Schüler selbst erfolgen, indem sie Selbstkontrollmöglichkeiten nutzen. Durch die selbstständige und eigenverantwortliche Arbeit mit den Rechenpässen, ist es dem Lehrer/der Lehrerin möglich,  sich speziell einzelnen Kindern und deren Bedürfnissen und Anforderungen besser widmen zu können.

 

11.3.2.1.2 Förderband Mathematik

 

Im Förderband Mathematik bieten wir Lernangebote in klassen- und jahrgangsgemischten Gruppen an. Während einer festgelegten Schulstunde in der Woche lösen wir die Klassenverbände auf und teilen die Schüler auf der Basis der oben beschriebenen diagnostischen Verfahren in unterschiedliche Gruppen ein, die jeweils Schüler mit ähnlichem Leistungsstand umfassen.

Zur Organisationsstruktur: Die Lehrkräfte eines Jahrgangs stellen im Förderband Angebote und Materialien zu den aktuellen Unterrichtsthemen auf drei Niveaustufen bereit. Diese sind so übersichtlich und strukturiert angeordnet, dass die Schüler möglichst eigenverantwortlich lernen können. Viele Materialien sind für alle Jahrgänge einheitlich angeschafft worden, damit bei einem Wechsel der Lerngruppe möglichst wenig zusätzlicher Erklärungsbedarf entsteht.

In den vier Jahrgängen werden sowohl jahrgangsbezogene als auch klassenübergreifende Lerngruppen gebildet, in denen die Schüler entsprechend ihres Lernstandes gefördert oder gefordert werden. Kinder mit größerem Förderbedarf können im Rahmen des Förderbandes an einer Lerngruppe des darunter liegenden Jahrganges teilnehmen, um Grundlagen zu festigen. Umgekehrt können auch Schüler mit besonderen Stärken an einer Förderbandgruppe des darüber liegenden Jahrganges gefordert werden.

Die Zuweisung zu den Gruppen des Förderbandes ist nicht statisch, sondern richtet sich nach dem aktuellen Lernstand der Kinder. Die Schüler der ersten Klasse beginnen mit diesem Förderunterricht erst im zweiten Schulhalbjahr.

11.3.2.2 Fördern mit neuen Medien

 

Aktuell stehen uns 15 Computerarbeitsplätze in einem gesonderten Unterrichtsraum zur Verfügung. Durch weitere Anschaffungen ist es möglich geworden, dass auch in den einzelnen Klassenräumen ein Computerarbeitsplatz mit Internetzugang eingerichtet werden konnte.

Das neue Medienkonzept der Gemeinde Reichshof sieht einen kontinuierlichen Ausbau der Computerausstattung vor.

 

Voraussetzung für einen sinnvollen Umgang mit dem PC ist die Kenntnis über den richtigen Umgang. Diese vermitteln wir den Kindern bereits im Unterricht. Ab dem dritten Schuljahr ist eine Schulstunde pro Woche für das Lernen mit dem Computer fester Bestandteil des Stundenplans. Die Schülerinnen und Schüler lernen hier zunächst die Teile einer Computeranlage kennen, trainieren dann mit geeigneten Übungen den Umgang mit der Tastatur und Maus, um schließlich erste Einblicke in die Textverarbeitung zu gewinnen, damit sie selbst kleine Texte schreiben und gestalten können.

Im vierten Schuljahr werden die Kinder an das Internet herangeführt. Am Anfang informieren wir sie über die Vorteile aber auch Gefahren, die im Internet stecken. Dazu gehört immer der Hinweis, dass die Kinder im häuslichen Bereich nur gemeinsam mit den Eltern das Internet erkunden sollen. Mit Hilfe eines speziell für den Grundschulunterricht entwickelten Programms erfahren die Schülerinnen und Schüler etwas über Internetadressen, das Versenden von E-Mails, den Umgang mit Suchmaschinen und wie sie gefundene Informationen nutzen können.

Außerhalb dieser festen Unterrichtsstunden wird der PC-Raum von allen Jahrgängen für den Unterricht genutzt. Spezielle Übungsprogramme bieten im Verbund mit anderen Medien eine willkommene Abwechslung beim Vertiefen der Unterrichtsinhalte. Bereits Erstklässler üben am Computer z. B. die Zuordnung der gehörten Laute zu den richtigen Buchstaben. Ein großer Vorteil ist, dass das Lerntempo individuell eingeteilt werden kann und sofort eine Bestätigung oder die Aufforderung, es noch einmal zu probieren erfolgt. Die schon im Umgang mit dem Computer geübten Kinder nutzen ihn z. B., um sachunterrichtliche Themen zu recherchieren, Informationen einzuholen, aber auch zum Üben. Im Projektunterricht hat der Computer ebenfalls seinen Platz.

 

11.3.2.3 Das Leseförderkonzept

 

Vorbemerkungen

Die Ergebnisse der Pisa-Studien lenken die Aufmerksamkeit auf eine planmäßige Förderung der Lesekompetenz. Moderne Medien wie Fernsehen, Computer, Internet, Video, CD u.a. konkurieren mit dem traditionellen Medium Buch, haben es zum Teil sogar aus manchen Haushalten verdrängt. Trotzdem gilt auch heute noch das Lesen als der Schlüssel zur Kultur und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

 

Dies bedeutet für die pädagogische Arbeit in der Grundschule: Sie muss sich mit den neuen Herausforderungen auseinandersetzen und eine breit angelegte Leseförderung anbieten. Im neuen Lehrplan für das Fach Deutsch hat man dem Lesen einen größeren Stellenwert eingeräumt. Zu den Kompetenzen des informierenden Lesens, der Interpretation und dem Umgang mit Medien ist das genießende und interessengeleitete Lesen für den Aufbau einer Lese- und Schreibkultur hinzugekommen (vgl. Lehrplan Deutsch Grundschule NRW, S. 31)

 

An der GGS-Eckenhagen werden o. g. Kompetenzen durch folgende Schwerpunkte aufgebaut:

 

1. Das Erlernen grundlegender Fähigkeiten

 

Dazu gehört:

  • das Wissen um die Verbindung von geschriebenen Buchstaben und ihrer Aussprache
  • die Fähigkeit, Wörter zu gliedern
  • die Fähigkeit, kurze Sätze sinnentnehmend zu lesen

 

2. Der Aufbau der Lesemotivation

 

Dazu gehört:

  • das Hören von Geschichten und Texten (Vorlesen)
  • das Selberlesen von einzelnen Geschichten und Büchern
  • das Schaffen einer anregenden Leseumgebung
  • die Verbindung von Buch und Computer (Lepion)

 

3. Die Entnahme von Informationen aus Texten

 

Dazu gehört:

·        das Verstehen und Anwenden schriftlicher Arbeitsanweisungen

·        die Beantwortung von Fragen zu Texten

·        das Nacherzählen und Wiedergeben von Textinhalten

·        das Markieren von wichtigen Inhalten

·        die Nutzung weiterer Informationsquellen

 

4. Der Umgang mit Texten

 

Dazu gehört:

·        das Kennenlernen unterschiedlicher Textsorten

·        (Sachtext, Fabel, Märchen, Gedicht, Nachschlagewerk ...)

·        der Austausch über gelesene Texte

·        die Gestaltung von Texten mittels Schreibhinweisen

·        die Präsentation verschiedener Textsorten (z. B. Gedichte, Erzählungen ...)

 

Oben genannte Schwerpunkte lassen sich auf unterschiedliche Weisen in den Bereichen Erstlesen und Weiterführendes Lesen methodisch umsetzen. An der GGS Eckenhagen haben wir uns auf folgende Arbeitsformen geeinigt:

 

 

 

Methoden          und         Übungen

Texte/Material

Weitere Möglickkeiten

Überprüfung/Bewertung

 

Erstlesen

 

·         Anlauttabellen

·         lautierendes

·         Schreiben

·         Fibel

·         Lesen

      automatisieren

·         Lesestrategien

      anbahnen

·         Optische, taktile

      und akustische

      Analyse

 

 

·         Wahrnehmungsübungen

·         Spiele mit Anlauttabelle

·         Lautabhörübungen

·         Lesemalblätter

·         Silbenübungen

·         Lesespiele

·         Bild- Wortzuordnungen

·         Synthetische Übungen

·         Lernsoftware

 

·         Fibeltexte

·         Lesemalblätter

·         Bücherei

·         Kinderbücher

·         Bilderbücher

·         Minilesebücher

·         Lesekartei

 

·         Vorlesezeit

·         Regelmäßiger

      Büchereibesuch

·         Leseecke(-schiff)

·         Interessenbezogene

      Lesezeit

 

·         Lehrgangsbezogene

      Diagnoseblätter

      (Lesekompetenztests)

·         Lesemalblätter

·         Ankreuzblätter

·         Leserätsel

·         Beobachtungen der

      Kinder

·         Stolperwörter-Lesetest

      (Wilfried Metze)

     

 

Weiter-

führendes

Lesen

 

·         Wörterbucharbeit

·         Lektüren

·         Informationen aus

     Texten entnehmen

      und verarbeiten

·         Differenzierte Lese-

      texte

·         Lesestrategien

 

·         Kreativer Umgang mit

     Texten

·         Bücher vorstellen

·         Gedichte lernen und

      gestalten

·         Vortragen erarbeiteter

      Texte (Dialoge, Witze,…)

·         Lepion

·         Lernwerkstatt Mühlacker

 

·         Sprachbuchtexte

·         Lesebuchtexte

·         Lektüren

·         Kinderbücher

·         Bücherei

·         Verschiedene

      Textgattungen

      (Märchen,Fabeln,

       Sachtexte, etc.)

 

 

·         Leseecke (-schiff)

·         Regelmäßiger

      Büchereibesuch

·         Aktionstage in der

      Bücherei

·         Lesenachmittag

·         Vorlesezeit

·         Vorlesewettbewerb

·         Autorenlesung

 

·         Lepion

·         Lehrgangsbezogene

      Diagnoseblätter

      (Lesekompetenztests)

·         Orientierungsarbeiten

·         Leserätsel

·         Beobachtungen der

      Kinder

·         Stolperwörter-Lesetest

      (Wilfried Metze)

 

 

 

Erstlesen

 

Im 1. Schuljahr geht es vorrangig um den Erwerb der Lesefähigkeit. Dies geschieht an unserer Schule mithilfe der Tobifibel und den dazugehörigen Materialien (u. a. Anlauttabelle, Buchstabenplan, Lese-Mal-Blätter). Beginnend mit Buchstaben-Laut-Zuordnungen, kommen die Kinder nach und nach über das lautierende Lesen zum flüssigen und sinnentnehmenden Lesen. Das freie Arbeiten mit den Materialien gibt den Kindern die Möglichkeit, ihren Lernprozess individuell zu steuern.

Um die Lust an Büchern zu wecken und die Lesemotivation aufrecht zu erhalten, legen wir großen Wert auf das Vorlesen.

Leseeltern können diese Arbeit unterstützen, indem sie mit den Kindern in Kleingruppen erste Geschichten und Texte lesen. Mini-Lesebücher ermöglichen es den Kindern schon bald ihr erstes Buch zu lesen.

Ab dem zweiten Halbjahr nutzen die Kinder regelmäßig die im Schulgebäude befindliche Gemeindebücherei. Hierfür ist eine Schulstunde pro Woche im Stundenplan verankert. Nach einer Einweisung dürfen die Kinder in der Bücherei stöbern, lesen, sich austauschen und Bücher ausleihen.

Computer, die im Medienraum bzw. in den Klassen zur Verfügung stehen, geben den Kindern die Möglichkeit, Übungen der „Lernwerkstatt“ durchzuführen.

Gegen Ende des Schuljahres kann die erste Klassenlektüre bearbeitet werden. Weitere folgen in den nächsten Schuljahren.

 

 

Weiterführendes Lesen

 

Ab dem 2. Schuljahr steht der Ausbau der Lesefähigkeit und das Anwenden unterschiedlicher Lesestrategien im Vordergrund.

Die Kinder lernen verschiedene Textgattungen (z.B.: Sachtexte, Märchen, Gedichte) und den unterschiedlichen Umgang mit ihnen kennen.  Der tägliche Umgang mit Texten findet nun in allen Fächern statt (z.B.: Textaufgaben, Arbeitsanweisungen, Sachtexte...). Die Schüler nutzen zunehmend Texte zur Informationsbeschaffung. Ab Klasse 3 lernen sie in der Computerstunde auch den Computer als Informationsquelle zu nutzen. 

Um die Kinder auch an das Lesen längerer Texte zu gewöhnen, wird jedes Schuljahr mindestens eine Klassenlektüre gelesen. Hierzu bearbeiten die Kinder Fragen zum Text, um sicherzustellen, dass sie den Inhalt auch verstanden haben.

Zum Erhalt der Lesemotivation spielt das interessengeleitete und genießende Lesen eine besondere Rolle. So wird in allen Klassenstufen regelmäßig vorgelesen und die Kinder haben in der Büchereistunde die Möglichkeit ihre eigenen Bücher zu lesen.

In der Büchereistunde arbeiten wir nun parallel mit Lepion. Lepion ist eine kostenlose Internetseite (www.lepion.de), auf der Bücher und Hörbücher vorgestellt werden, zu denen die Leser inhaltliche Fragen in Form eines Quiz beantworten können. Für jede richtige Antwort gibt es Punkte. Beim Erreichen bestimmter Punktzahlen können Urkunden ausgedruckt werden. So verbindet Lepion den traditionellen Umgang mit dem Medium Buch mit der Nutzung neuer Medien. Damit soll die Lesebereitschaft der Kinder gefördert und die Kinder zum Lesen von Ganzschriften ermutigt werden. Die Kinder erhalten Zugangsdaten, mit denen sie auch zu Hause arbeiten können. Entworfen wurde diese Seite von einem Mitarbeiter des Medienzentrums Oberberg, der Medienstelle für die Schulen des Oberbergischen Kreises.

Die Kinder können nun in der Büchereistunde entscheiden, ob sie sich ein neues Buch ausleihen, am Computer Fragen beantworten oder in der Leseecke lesen wollen. Die Leseecke befindet sich unmittelbar neben dem Computerraum und wurde für diese Stunde speziell eingerichtet. In Anlehnung an Lepion (Lesepirat online) haben hier die Kinder die Gelegenheit in einem Piratenschiff zu lesen. So haben die Kinder auch in der Schule die Möglichkeit ihr Lieblingsbuch in gemütlicher Umgebung leise zu lesen oder anderen Kindern vorzustellen.

Zusätzlich bietet die Bücherei themengebundene Bücherkisten an, die verstärkt ab dem 3. Schuljahr für den Fachunterricht (Sachunterricht, Deutsch) genutzt werden.

 

 

11.3.2.4 Förderunterricht für Kinder mit besonderen Problemen im Lesen und Rechtschreiben

 

Alle Kinder, bei denen die Fachlehrerin eine besondere Schwäche im Bereich des Lesens und Rechtschreibens feststellt, haben einen Anspruch auf entsprechenden Förderunterricht. Dieser wird zusätzlich zur Stundentafel in jedem Jahrgang erteilt und findet mindestens einmal in der Woche statt.

Die Inhalte des LRS-Förderunterrichts orientieren sich an den Ergebnissen der oben beschriebenen Hamburger Schreibprobe.

Ab Mitte des 2. Schuljahres arbeiten wir mit dem ‚Marburger Rechtschreibtraining‘. Es handelt sich hierbei um ein regelgeleitetes Förderprogramm. Systematisch wird das Grundlagenwissen, wie z.B. die Groß- und Kleinschreibung, Wortstämme, Wortendungen usw. erarbeitet.

Zum einen soll den Kindern also fehlendes Regelwissen, zum anderen sollen aber auch Lösungsstrategien zur Bewältigung von Rechtschreibproblemen vermittelt werden.

Obwohl der Schwerpunkt der Förderung in der Verbesserung der Rechtschreibleistung liegt, verbessert sich auch die Lesefähigkeit. Ergänzend wird zur Förderung der Lesefähigkeit Lernsoftware (Lernwerkstatt Mühlacker, Audilex) eingesetzt. 

 

11.3.3 Förderung der Methodenkompetenz

 

„Der Unterricht fördert die Fähigkeit und die Bereitschaft, das eigene Lernen bewusst und zielgerecht zu gestalten und mit anderen zusammen zu arbeiten. Die Lehrkräfte legen deshalb Wert auf eigenständiges und selbstverantwortliches Lernen. Bezogen auf die Lernentwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler bietet der Unterricht sowohl Gelegenheit zum Lernen in angeleiteter Form als auch in offenen Lernformen, in denen Kinder selbst planen, entdecken, erkunden, untersuchen, beobachten, experimentieren, dokumentieren und ihre Arbeiten bewerten.“

Richtlinien für die Grundschulen des Landes Nordrhein-Westfalen, Entwurf MSW vom 28.01.2008

 

Erfolgreiches Lernen ist mehr als Stoffvermittlung und braves Befolgen von Lehreranweisungen. Wer nachhaltig und zeitgemäß lernen will, der muss dafür sorgen, dass der Lernstoff mit möglichst vielen Sinnen erschlossen wird: durch lesen, schreiben, hören, sehen, erzählen, zeichnen, markieren, erkunden, experimentieren, diskutieren, strukturieren etc. Dieses mehrkanalige Lernen ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass der Lernstoff ebenso vielseitig wie auch vernetzt behalten und aufgenommen wird.

Mehrkanaliges Lernen funktioniert aber nur, wenn die Schüler/innen die entsprechenden Methoden einigermaßen beherrschen. Das heißt, die Kinder müssen in der Lage sein, die je anstehenden Aufgaben methodisch versiert anzugehen und zielstrebig, konstruktiv und regelgebunden alleine oder in der Gruppe zu erledigen.

 

Das Lehrerkollegium der GGS Eckenhagen hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Schüler/innen das „Lernen“ lernen. In angemessenen Schritten sollen sie in vielfältiger Weise Kompetenzen im methodischen, kommunikativen und kooperativen Bereich erlangen. Grundlage dafür sind die im Rahmen der Methodenschulung nach H. Klippert genannten „Strategien der kleinen Schritte“. Dazu hat eine Projektwoche im März 2009 statt gefunden. Die Thematik wird im nächsten Schuljahr fort geführt.

 

Aus der nachfolgenden Tabelle lässt sich entnehmen, welche elementaren Lern- und Arbeitstechniken sowie Gesprächs-und Kooperationsmethoden die Kinder am Ende der einzelnen Jahrgangsstufen erworben haben sollten.

 

Was GrundschülerInnen können sollten

 

Schuljahre

Elementare Lern- und Arbeitstechniken

Elementare Gesprächs- und Kooperationsmethoden

 

 

 

 

 

 

 

  1.

- Ausschneiden, Falten, Kleben etc.

- Heftseiten, übersichtlich gestalten

- Arbeitsplatz in Ordnung halten

- Arbeitsmaterial sorgsam nutzen

- Hausaufgabenheft genau führen

- Arbeitsanweisungen verstehen

- Arbeitsanweisungen umsetzen

- Einfache „Eselsbrücken“ bauen

- Begriffe/Bilder gezielt zuordnen

- Mit Lernkartei gezielt arbeiten (1./2.)

- Plakate und Folien gestalten (1./2.)

- Arbeitszeit geschickt einteilen

- Zielstrebig planen und arbeiten

- Die Bibliothek der Schule nutzen

- Gängige Melderegeln achten

- Gehörtes wiedergeben können

- Laut und deutlich sprechen

- Zusammenhängend erzählen

- Vollständige Sätze verwenden

- Sachlich zutreffend berichten

- Nach Satzmustern sprechen

- Im Stuhlkreis aktiv mitmachen

- Das Wort gezielt weitergeben

- Gesprächspartner anschauen

- Andere Schüler ausreden lassen

- Bei Bedarf gezielt nachfragen

- Beim gestellten Thema bleiben

- Regelverstöße offen ansprechen

- Das Losverfahren akzeptieren

- Den Gruppenmitgliedern helfen

- Andere Idee/Vorschläge zulassen

- Auf zügige Gruppenarbeit achten

- Die bekannten Rollen akzeptieren

 

 

 

 

  2.

- Mit Lineal arbeiten/unterstreichen

- Mit Inhaltsverzeichnis umgehen (2./3.)

- Gedächtnislandkarten erstellen

- Fragen zum Lernstoff entwickeln (2./3.)

- Plakate und Folien erstellen

- Mit Lernkartei gezielt arbeiten

 

 

 

 

- Überzeugend argumentieren

- Die Arbeit in Gruppen aufteilen (2./3.)

- (Selbst)kritisch Feedback geben

- Ergebnisse kooperativ präsentieren (2./3.)

 

 

 

 

 

 

  3.

- Mit dem Inhaltsverzeichnis umgehen

- In Büchern gezielt nachschlagen

- Wesentliches finden/markieren

- Gesuchte Fakten rasch erlesen (3./4.)

- Piktogramme/Bilder gezielt zuordnen (3./4.)

- Passende Überschriften finden

- Kerninformationen herausfiltern

- Tabellen//Schaubilder zeichnen

- Passende Stichwörter notieren (3./4.)

- Frage-Antwort-Karten erstellen 3./4.)

- Nach Stichworten Text schreiben

- (Versuchs-)Ablauf protokollieren (3./4.)

- Lehrer(kurz)vortrag mitschreiben (3./4.)

- Zu Wahlthema Referat anfertigen (3./4.)

 

- Einen kleinen Vortrag halten

- Eigene Meinung begründen (3./4.)

- Mitschüler gezielt befragen

- „Außenseiter“ mit einbeziehen (3./4.)

- Die Arbeit in der Gruppe aufteilen

- Ergebnisse kooperativ präsentieren

 

 

 

  4.

- Gesuchte Fakten rasch erlesen

- Piktogramme/Bilder anfertigen

- Kerninformationen herausfiltern

- Schlüsselbegriffe markieren

- Passende Stichwörter notieren

- Frage-Antwort-Karten erstellen

- Einfache Gliederung erstellen

- (Versuchs)Ablauf protokollieren

- Lehrer(kurz)vortrag mitschreiben

- Zu Wahlthema Referat anfertigen

- Eigene Meinung begründen

- Gesprächsleitung übernehmen

- „Außenseiter“ mit einbeziehen

 

 

11.3.4 Förderung der Sozialkompetenz

 

Wir erleben an unserer Schule vermehrt Situationen, in denen Schüler massives Fehlverhalten an den Tag legen. Häufig wird die notwendige Reaktion auf solches Verhalten von Lehrerinnen und Lehrern als unbefriedigendes ‚Feuerlöschen’ und als kaum nachhaltig erfahren. Sanktionierungen von Fehlverhalten und Reglementierungen sind wichtig, doch ändern sie nicht dauerhaft das Verhalten, wenn nicht vor allem an den Ursachen gearbeitet wird.

Zurecht wird von Seiten der Schule im Bereich der Erziehung die maßgebliche Verantwortung der Eltern eingefordert. Umgekehrt fordern Eltern, auch zurecht, eine Förderung des Sozialverhaltens ihrer Kinder im Rahmen des Erziehungsauftrages der Schule ein. Die Kinder erleben sich häufig in diesem Spannungsfeld der gegenseitigen Zuweisung von Erziehungsverantwortung. Ebenso wie das fachliche Lernen braucht das soziale Lernen deswegen strukturierte und von allen getragene Förderelemente im Schulleben, die die Beratung und die Mitarbeit der Eltern einbeziehen.

 

Gemeinsam getroffene Entscheidungen zur Förderung des Sozialverhaltens bilden die Basis für ein Schulklima, in dem erfolgreiches Lernen möglich ist.

 

Als Start in eine strukturierte Förderung dient ein zehnstündiges Sozialtraining, welches in jeder Klasse mit jeweils einer ‚Trainerin’ und der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer erstmals zu Beginn des 2. Schulhalbjahres 2008/09 gemeinsam durchgeführt wird. Kernanliegen dieses Trainings ist die bewusste Wahrnehmung von Konfliktsituationen, die Wahrnehmung der eigenen Gefühle und der Gefühle anderer Kinder und die Umsetzung in ein angemessenes Reaktionsverhalten. Dazu sind folgende Schwerpunktthemen vorgesehen:

 

  • Soziale Wahrnehmung
  • Gefühle
  • Kooperation
  • Einfühlungsvermögen
  • Angemessene Selbstbehauptung

 

Aus diesem Sozialtraining sollen Impulse für eine nachhaltige Förderung des Sozialverhaltens erwachsen. Es muss das Ziel sein, mittelfristig gemeinsame Vereinbarungen zu treffen, die die Beziehungen der Kinder untereinander und auch zu den Erziehenden stärken.

 

 

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